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Betriebsmodi und Batterieeinstellungen: Ein Leitfaden für Endanwender und Installateure




Dieser Leitfaden erläutert die wichtigsten Betriebsmodi und Batterieeinstellungen von Solis-Wechselrichtern. Er hebt wesentliche Aspekte für Endanwender und Installateure hervor, um einen effizienten Betrieb, ein optimales Batteriemanagement und eine zuverlässige Systemleistung zu gewährleisten.

Je nach Wechselrichtermodell können die Einstellungen direkt am Wechselrichter oder über Solis Cloud vorgenommen werden.


Betriebsmodi


1. Eigenverbrauchsmodus (Self-Use Mode)

Im Eigenverbrauchsmodus wird die erzeugte Solarenergie vorrangig zur Versorgung des Haushalts verwendet. Überschüssige Solarenergie wird zum Laden der Batterie genutzt. Sobald die Batterie ihren konfigurierten Ladegrenzwert erreicht hat, kann überschüssige Energie entsprechend den Systemeinstellungen ins Stromnetz eingespeist werden.

  • Vorteil: Maximiert die Nutzung des selbst erzeugten Solarstroms und hilft, die Stromkosten zu senken.

  • Empfohlen für: Haushalte, die möglichst viel ihres eigenen Solarstroms nutzen und ihre Abhängigkeit vom Stromnetz reduzieren möchten.


2. Reservemodus (Reserve Mode)

Im Reservemodus wird eine festgelegte Energiemenge in der Batterie für die Notstromversorgung bei einem Netzausfall zurückgehalten. Die reservierte Energiemenge wird durch den eingestellten Reserve-Ladezustand (State of Charge, SOC) bestimmt.

  • Oberhalb des Reserve-SOC: Der Wechselrichter arbeitet gemäß den normalen Energiemanagement-Prioritäten, beispielsweise im Eigenverbrauchsmodus oder im Einspeiseprioritätsmodus, abhängig von den gewählten Einstellungen.

  • Bei oder unterhalb des Reserve-SOC: Die Batterie wird für den Notstrombetrieb reserviert und im normalen Betrieb nicht weiter zur Versorgung des Haushalts entladen. Bei einem Netzausfall kann die gespeicherte Energie zur Notstromversorgung genutzt werden, sofern das System diese Funktion unterstützt.

  • Vorteil: Stellt sicher, dass ein Teil der Batteriekapazität für den Fall eines Netzausfalls verfügbar bleibt.

Hinweis: Die Notstromfunktion hängt vom Wechselrichtermodell, der Batteriekonfiguration und der Installation ab.


3. Einspeiseprioritätsmodus (Feed-in Priority Mode)

Im Einspeiseprioritätsmodus wird die Einspeisung von Solarenergie ins Stromnetz gemäß den konfigurierten Wechselrichtereinstellungen und den geltenden Einspeisegrenzen priorisiert.

  • Vorteil: Kann sinnvoll sein, wenn die Einspeisung von Strom ins Netz finanziell attraktiv vergütet wird.

  • Wichtig: Das Laden der Batterie und die Versorgung des Haushalts werden entsprechend den konfigurierten Prioritäten gesteuert. Das genaue Betriebsverhalten sollte anhand der Dokumentation des jeweiligen Wechselrichtermodells überprüft werden.


4. Spitzenlastreduzierung (Peak-Shaving Mode)

Der Peak-Shaving-Modus hilft, die aus dem Stromnetz bezogene Leistung bei hohem Strombedarf zu reduzieren. Die Batterie kann einen Teil des Energiebedarfs decken und dadurch den Netzbezug verringern.

  • Einstellung: Konfiguriere die entsprechenden Leistungsgrenzen gemäß den Anforderungen des Systems und den verfügbaren Einstellungen des Wechselrichters.

  • Anwendungsbereich: Geeignet für Haushalte oder Gewerbebetriebe mit einem zeitweise hohen Strombedarf.

  • Vorteil: Hilft, Leistungsspitzen zu reduzieren und kann, sofern entsprechende Tarife gelten, leistungsabhängige Stromkosten senken.


5. Inselbetrieb (Off-Grid Mode)

Der Inselbetrieb ermöglicht es einem dafür geeigneten Wechselrichtersystem, unabhängig vom öffentlichen Stromnetz zu arbeiten.

  • Anwendungsbereich: Geeignet für abgelegene Standorte ohne Netzanschluss oder für Systeme, die speziell für den unabhängigen Betrieb konfiguriert wurden.

  • Wichtig: Wechselrichter, Batterie und elektrische Installation müssen den Inselbetrieb unterstützen. Die Batteriekapazität und die verfügbare Leistung müssen ausreichen, um den erwarteten Energiebedarf zu decken.


6. Zeitgesteuerter Betrieb (Time Setting Mode)

Der zeitgesteuerte Betrieb ermöglicht es, das Laden und Entladen der Batterie für bestimmte Zeiträume zu planen.

  • Einstellung: Konfiguriere die Lade- und Entladezeitfenster entsprechend den Anforderungen des Systems. Vermeide sich überschneidende Zeitpläne, sofern diese laut Wechselrichterdokumentation nicht ausdrücklich zulässig sind.

  • Vorteil: Ermöglicht es, die Batterie bei niedrigen Strompreisen zu laden und die gespeicherte Energie zu nutzen, wenn die Strompreise höher sind.

  • Empfohlen für: Haushalte mit zeitabhängigen Stromtarifen oder besonderen Anforderungen an das Energiemanagement.


7. Begrenzung der Netzeinspeiseleistung (Grid Feed-in Power Limit)

Mit der Einstellung zur Begrenzung der Netzeinspeiseleistung wird festgelegt, wie viel Leistung der Wechselrichter maximal in das Stromnetz einspeisen darf.

  • Einstellung: Konfiguriere die maximale Einspeiseleistung entsprechend den örtlichen Netzanschlussbedingungen, der Anlagenplanung und den geltenden Vorschriften.

  • Empfohlen für: Anlagen mit Einspeisebeschränkungen oder Nutzer, die die ins Stromnetz eingespeiste Leistung begrenzen möchten.

Wichtig: Stelle sicher, dass die konfigurierte Einspeisegrenze den örtlichen Vorschriften und den Anforderungen des Netzbetreibers entspricht.



Batterieeinstellungen


1. Batteriemodell (Battery Model)

Mit der Einstellung „Batteriemodell“ wird der Typ der angeschlossenen Batterie festgelegt.

  • Funktion: Ermöglicht es dem Wechselrichter, mit der Batterie zu kommunizieren und diese entsprechend der gewählten Batteriekonfiguration zu steuern.

  • Auswahl: Wähle ein kompatibles Batteriemodell aus der offiziellen Kompatibilitätsliste von Solis.

  • Hinweis: Wenn die Batterie nicht aufgeführt ist, bedeutet die Auswahl von „User Define“ (Benutzerdefiniert) nicht automatisch, dass sie kompatibel ist. Verwende diese Option nur, wenn der Batteriehersteller und die Solis-Dokumentation die erforderliche manuelle Konfiguration unterstützen. Beachte die vorgegebenen Batterieparameter und Kommunikationsanforderungen.


2. Mindest-Ladezustand bei Entladung (Overdischarge SOC)

Der Overdischarge SOC legt den konfigurierten Mindest-Ladezustand der Batterie für die normale Entladung fest.

  • Funktion: Hilft zu verhindern, dass die Batterie im normalen Betrieb unter den eingestellten Grenzwert entladen wird.

  • Empfehlung: Stelle diesen Wert gemäß den Vorgaben des Batterieherstellers und der Dokumentation des Wechselrichters ein, um die Batterie zu schützen und ihre Lebensdauer zu unterstützen.

Wichtig: Die verfügbare Notstromreserve und der minimale Entladezustand können durch weitere Batterie- und Wechselrichtereinstellungen beeinflusst werden.


3. Ladezustand für Zwangsladung (Forcecharge SOC)

Der Forcecharge SOC legt den konfigurierten Ladezustand fest, bei dessen Erreichen der Wechselrichter entsprechend seiner Steuerungslogik und den gewählten Einstellungen eine Batterieladung einleitet oder priorisiert.

  • Funktion: Hilft zu verhindern, dass die Batterie über längere Zeit auf einem sehr niedrigen Ladezustand verbleibt.

  • Netzladung: Wenn die Netzladung aktiviert ist und von der Systemkonfiguration unterstützt wird, kann die Batterie unter den entsprechenden Bedingungen aus dem Stromnetz geladen werden.

  • Empfehlung: Konfiguriere den Forcecharge SOC gemäß den Empfehlungen des Batterieherstellers und der Dokumentation des Wechselrichters.

  • Wichtig: Halte den erforderlichen Abstand zwischen Overdischarge SOC und Forcecharge SOC ein. Bei bestimmten Konfigurationen kann ein Mindestabstand von 5 Prozent erforderlich sein. Überprüfe diese Vorgabe für das jeweilige Wechselrichtermodell und die verwendete Firmware.

Hinweis: Die technische Unterstützung durch Solis bei batteriebezogenen Problemen kann davon abhängen, ob die verwendete Batterie offiziell mit dem Wechselrichter kompatibel ist.



Abschließende Empfehlungen

Das Verständnis der verschiedenen Betriebsmodi und Batterieeinstellungen hilft Nutzern, ihre Solarenergie effizienter zu nutzen, und unterstützt Installateure bei der korrekten Konfiguration des Wechselrichters.

Beachte stets die Dokumentation des jeweiligen Solis-Wechselrichtermodells, die verwendete Firmwareversion und die Kompatibilität der Batterie. Alle Einstellungen müssen gemäß den Herstellervorgaben, den örtlichen elektrotechnischen Vorschriften und den Anforderungen der jeweiligen Installation vorgenommen werden.

Bei Fragen zur Kompatibilität, Konfiguration oder zum Systemverhalten wende dich an den technischen Support von Solis oder an einen qualifizierten Installateur.

 




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